Das Olympieion

Am letzten Tag unserer Reise in Athen ging es zum Zeus-Tempel, dem wir uns zugegebenermaßen nur mit geringer Erwartungshaltung näherten. Nach drei Tagen, in denen wir Tempel über Tempel gesehen hatten, wollte uns die Faszination für noch einen weiteren Gesteinshaufen nämlich einfach nicht packen. Obwohl das sogenannte „Olympieion“ zu Ehren des mächtigsten olympischen Gottes der griechischen Mythologie gebaut wurde, hatte es in der griechischen Hauptstadt auch keine Sonderstellung so wie das Parthenon am höchsten Punkt der Athener Akropolis, welches „nur“ der Stadtgöttin Athene gewidmet war.

Als unsere Reisegruppe jedoch am Olympieion ankam, waren viele von uns positiv überrascht über dessen eindrucksvolles Erscheinungsbild. Zugegeben, der größte Teil des Tempels steht heute zwar nicht mehr 500 m östlich der Akropolis, aber das, was noch dort steht, ist wirklich beeindruckend. Der Bau geht auf das 6. Jahrhundert v. Chr. zurück und für das Alter von bis zu 2500 Jahren sind die Ruinen echt noch gut in Schuss. Die unglaublich hohen Säulen (das Olympieion gehörte zumindest architektonisch zu den größten Tempeln im antiken Griechenland) sind außerdem zu dem Teil stehengeblieben, dass man zwischen ihnen hindurch bis hoch zu der Akropolis gucken kann.

Allein im Rückblick auf diese Bilder hat sich der Ausflug zum Zeus-Tempel schon gelohnt. Man fragt sich zudem immer wieder, wie die Griechen es vor tausenden von Jahren geschafft haben, ohne jegliche Kräne oder auch anderweitige kleinere Maschinen solche gewaltigen Steinmassen zu bewegen und aufzubauen. Irgendwie scheinen sie es – mit Bravour – gemeistert zu haben, doch der schwierige Aufbau war vielleicht auch der Grund dafür, dass das Olympieion nach dem Sturz der Tyrannis des Pesistratos als Ersatzteil lager für das Vorgängermodell des Parthenon und für den Bau der Mauer des Themistokles genutzt wurde.

Zumindest bei einem Teil von uns hat der Tempel des olympischen Zeus also Eindruck hinterlassen.

Ein Bericht von Viona Machnik

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